Hilgen ist gegen generelle Ladenöffnung am Sonntag

Kassel (epd/02.05.2005). Deutliche Bedenken gegen verkaufsoffene Sonntage sowie die Sonntagsarbeit hat der künftige Kasseler Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) in Kassel formuliert. "Was am Sonntag gekauft wird, wird am Montag nicht mehr gekauft", wandte er sich in einer Predigt zum 1. Mai in der Kasseler Lutherkirche gegen die Forderungen nach einer generellen Ladenöffnung auch am Sonntag.

Der Sonntag sei ein "Kitt in der Gesellschaft". Ihn aufzugeben, verlange einen hohen Preis: "Wir verlieren gemeinsame freie Zeit", erklärte Hilgen.

Der SPD-Politiker, der zum Thema "Ora et labora - bete und arbeite" in dem vom Bereich Kirche und Arbeitswelt der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der katholischen Kolpingsfamilie Kassel organisierten Gottesdienst sprach, bezeichnete die beiden Begriffe als "zwei gesellschaftlich wirksame Kräfte, die sich aufeinander beziehen und bei aller Unterschiedlichkeit zusammen gehören".

Diese zwei Pole, die das Leben prägen, hätten sich heute nur scheinbar voneinander entfernt, betonte Hilgen. Dies gelte auch, wenn immer weniger Menschen in die Kirche gingen um zu beten und immer mehr Menschen ohne Arbeit seien. Hilgen hob zudem hervor, dass Unternehmer eine moralische Pflicht zur Beschäftigung hätten und nicht nur auf Gewinn schauen und danach handeln dürften.