Alle Gebäude auf dem Prüfstand

Kassel, 30. September 2008. Die Synodalen des Evangelischen Stadtkirchenkreises Kassel beschäftigten sich bei ihrer nicht öffentlichen Sitzung am Montag mit den Ergebnissen der Gebäudepotentialanalyse, die für nahezu 130 Gebäude im Stadtkirchenkreis - Kirchen, Kindertagesstätten, Gemeinde- und Pfarrhäuser - erstellt worden ist.

Kernaussagen des Papiers sind, dass sich die kirchliche Arbeit aufgrund des demografischen Wandels neu ausrichten muss, die baulichen Bestände deshalb kurz- bis mittelfristig zu optimieren sind und die inhaltliche Arbeit der Gemeinden mit der Diskussion über Gebäude verknüpft werden muss.

Die Analyse sei eine Arbeitsgrundlage für die Gemeinden, sagte Stadtdekanin Barbara Heinrich. Es gehe um Standortentwicklung und Anpassung des Gebäudebestandes an die veränderten Gegegebenheiten.

Arbeit in acht Regionen
Die Synodalen beschlossen nach einer intensiven Diskussion, dass binnen eines Jahres eine Konzeption für die Bewirtschaftung und Nutzung der Gebäude im Stadtkirchenkreis erstellt werden soll. Die Vorschläge sollen in acht Regionen erarbeitet werden. Jede Gemeinde soll einen Pfarrer und zwei Laienmitglieder in die jeweiligen regionalen Arbeitsgruppen entsenden, die sich noch in diesem Herbst konstituieren werden. Die Regionen werden auf der Basis von städtebaulichen Gegegebenheiten und gewachsenen Kooperationen zwischen Gemeinden gebildet, sagte Stadtdekan Jürgen Renner.

Reduzierung der Kosten für Gebäude
Die Arbeitsergebnisse der Regionen müssen Vorschläge enthalten, welche Gebäude aus der sogenannten Regelfinanzierung des Stadtkirchenkreises herausgenommen werden können. "Dabei ist von einer Reduzierung der Gebäude von 20 Prozent auszugehen", sagte Renner. Aufwendungen für Betrieb und Unterhaltung der Gebäude müssten deutlich verringert werden, betonte Renner.
Es sei aber nicht nur der Verkauf von Gebäuden in Erwägung zu ziehen, so Renner weiter. Denkbar sei auch, dass sich Gebäude ausschließlich durch Mieteinnahmen, Umnutzung oder mittels anderer Lösungen unterhalten ließen und so nicht mehr über den Haushalt des Stadtkirchenkreises finanziert werden.

Leitfragen für die Regionen könnten beispielsweise sein, welche Kirche(n) in einer Region die Hauptkirche(n) seien, welche Gebäude für bestimmte kirchliche und diakonische Arbeitsschwerpunkte in einer Region gebraucht würden oder welche Gebäude gemeinsam genutzt, umgenutzt oder aufgegeben werden könnten. In den Blick genommen werden sollen auch Daten wie Heiz- und Betriebskosten, Mieterlöse, Gottesdienstbesucherzahlen und Kasualien.

"Die Beratungen der Synodalsitzung waren wichtig und richtungsweisend. Damit stellen wir uns den drängenden Fragen nach Unterhaltung und Nutzung unseres Gebäudebestandes in den kommenden Jahren. Ich bin zuversichtlich, dass wir zu tragfähigen Ergebnissen in den Regionalgruppen kommen", sagte Stadtdekanin Heinrich.