Aktuell: Vertreter aus Kirche und Politik würdigen verstorbenen Bischof Christian Zippert

Kassel/Darmstadt/Hannover/Fulda/Wiesbaden/Frankfurt a.M. (medio/epd). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck trauert um ihren ehemaligen Bischof Prof. Dr. Christian Zippert, der nach längerer schwerer Krankheit im Kreis seiner Familie am 15. August 2007 in seinem Haus im Marburger Stadtteil Michelbach gestorben ist. Zippert wurde 70 Jahre alt.

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, und die Präses der Landessynode, Kirchenrätin Ute Heinemann, zeigten sich vom Tode Zipperts betroffen. In einem gemeinsamen Nachruf würdigen sie den Verstorbenen: «Wir verlieren einen großen Lehrer der Kirche, in dessen Lebensmittelpunkt die Liebe zum Gottesdienst stand. Christian Zippert war ein großer Freund der Ökumene, vor allem mit der römisch-katholischen Kirche. Eine Herzensangelegenheit war ihm seit frühesten Jahren die Aussöhnung mit den Völkern Osteuropas. Im Bewusstsein um die deutsche Schuld und in Hoffnung auf Versöhnung engagierte er sich nachdrücklich im Dialog mit dem Judentum. Im festen Glauben an die Auferstehung vertrauen wir Christian Zippert der Barmherzigkeit Gottes an.», so Heinemann und Hein.

Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Peter Steinacker, würdigte Zippert als «Mann des ökumenischen Dialogs und einfühlsamen Liturgen». Er habe der evangelischen Kirche deutschlandweit bedeutsame Impulse gegeben. Dazu zählten insbesondere sein Engagement für eine bessere Zusammenarbeit zwischen den evangelischen Kirchen und der katholischen Kirche sowie seine Arbeit für die zeitgemäße Gestaltung von Gottesdiensten.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, würdigte den Verstorbenen als «Erneuerer evangelischer Frömmigkeit und Brückenbauer zwischen den Konfessionen». Zippert habe sich in allen seinen Ämtern stets der Wiedergewinnung und Stärkung einer evangelischen Spiritualität gewidmet, so Huber. In seinem Ruhestand habe er im Auftrag des Rates der EKD «mit großer Resonanz» die Verbindung zu den evangelischen Kommunitäten und Gemeinschaften gehalten. Auch habe er entscheidend am Zusammengehen von Arnoldshainer Konferenz und Evangelischer Kirche der Union mitgewirkt. Dies sei wegweisend gewesen für die Strukturreform der EKD.

Auch der katholische Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen würdigte Zippert als «Brückenbauer und Mitbruder mit starker geistlicher Ausdruckskraft». Er habe die katholische Theologie sehr gut gekannt und ihr aus evangelischer Sicht viel Verständnis entgegengebracht. Im Gedenkjahr für die vor 800 Jahren geborene Elisabeth von Thüringen habe er in zahlreichen Vorträgen ein herausragendes, gemeinsames christliches Zeugnis gegeben. Sein Tod treffe auch die Katholiken im Bistum Fulda. Algermissen hob auch Zipperts Einsatz für das Pilgern hervor. «Er hat sich große Verdienste darum erworben, dass auch evangelische Christen diese altehrwürdige Form des Glaubenszeugnisses neu für sich entdeckten», sagte Algermissen. Zippert war am Mittwochmorgen im Alter von 70 Jahren in Marburg gestorben.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) würdigte Bischof Zippert als Theologen, der sich um das Verhältnis von Staat und Kirche in besonderer Weise verdient gemacht habe. Zippert sei «Geistlicher aus Berufung und ein Prediger alter Schule» gewesen. Er habe sich stets um den Ausgleich unterschiedlicher Interessen bemüht. In der persönlichen Begegnung «war er warmherzig und eindrucksvoll, eine Seele von Mensch», fügte Koch hinzu.

Betroffen zeigte sich auch Jörg Bollmann, Direktor des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik. Zippert war von 1994 bis 2002 Jury-Vorsitzender des Robert-Geisendörfer-Preises, des Medienpreises der evangelischen Kirche. «Durch klare ethische Kriterien und ein unbestechliches Urteil hat Bischof Zippert über Jahre entscheidend dazu beigetragen, dass der Robert-Geisendörfer-Preis Maßstäbe für die Arbeit der Medien gesetzt hat», sagte er. (16.08.2007)

2007-08-23 3587


Vertreter aus Kirche und Politik würdigen verstorbenen Bischof Christian Zippert

 

Kassel/Darmstadt/Hannover/Fulda/Wiesbaden/Frankfurt a.M. (medio/epd). Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck trauert um ihren ehemaligen Bischof Prof. Dr. Christian Zippert, der nach längerer schwerer Krankheit im Kreis seiner Familie am 15. August 2007 in seinem Haus im Marburger Stadtteil Michelbach gestorben ist. Zippert wurde 70 Jahre alt.

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, und die Präses der Landessynode, Kirchenrätin Ute Heinemann, zeigten sich vom Tode Zipperts betroffen. In einem gemeinsamen Nachruf würdigen sie den Verstorbenen: «Wir verlieren einen großen Lehrer der Kirche, in dessen Lebensmittelpunkt die Liebe zum Gottesdienst stand. Christian Zippert war ein großer Freund der Ökumene, vor allem mit der römisch-katholischen Kirche. Eine Herzensangelegenheit war ihm seit frühesten Jahren die Aussöhnung mit den Völkern Osteuropas. Im Bewusstsein um die deutsche Schuld und in Hoffnung auf Versöhnung engagierte er sich nachdrücklich im Dialog mit dem Judentum. Im festen Glauben an die Auferstehung vertrauen wir Christian Zippert der Barmherzigkeit Gottes an.», so Heinemann und Hein.

Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Peter Steinacker, würdigte Zippert als «Mann des ökumenischen Dialogs und einfühlsamen Liturgen». Er habe der evangelischen Kirche deutschlandweit bedeutsame Impulse gegeben. Dazu zählten insbesondere sein Engagement für eine bessere Zusammenarbeit zwischen den evangelischen Kirchen und der katholischen Kirche sowie seine Arbeit für die zeitgemäße Gestaltung von Gottesdiensten.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, würdigte den Verstorbenen als «Erneuerer evangelischer Frömmigkeit und Brückenbauer zwischen den Konfessionen». Zippert habe sich in allen seinen Ämtern stets der Wiedergewinnung und Stärkung einer evangelischen Spiritualität gewidmet, so Huber. In seinem Ruhestand habe er im Auftrag des Rates der EKD «mit großer Resonanz» die Verbindung zu den evangelischen Kommunitäten und Gemeinschaften gehalten. Auch habe er entscheidend am Zusammengehen von Arnoldshainer Konferenz und Evangelischer Kirche der Union mitgewirkt. Dies sei wegweisend gewesen für die Strukturreform der EKD.

Auch der katholische Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen würdigte Zippert als «Brückenbauer und Mitbruder mit starker geistlicher Ausdruckskraft». Er habe die katholische Theologie sehr gut gekannt und ihr aus evangelischer Sicht viel Verständnis entgegengebracht. Im Gedenkjahr für die vor 800 Jahren geborene Elisabeth von Thüringen habe er in zahlreichen Vorträgen ein herausragendes, gemeinsames christliches Zeugnis gegeben. Sein Tod treffe auch die Katholiken im Bistum Fulda. Algermissen hob auch Zipperts Einsatz für das Pilgern hervor. «Er hat sich große Verdienste darum erworben, dass auch evangelische Christen diese altehrwürdige Form des Glaubenszeugnisses neu für sich entdeckten», sagte Algermissen. Zippert war am Mittwochmorgen im Alter von 70 Jahren in Marburg gestorben.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) würdigte Bischof Zippert als Theologen, der sich um das Verhältnis von Staat und Kirche in besonderer Weise verdient gemacht habe. Zippert sei «Geistlicher aus Berufung und ein Prediger alter Schule» gewesen. Er habe sich stets um den Ausgleich unterschiedlicher Interessen bemüht. In der persönlichen Begegnung «war er warmherzig und eindrucksvoll, eine Seele von Mensch», fügte Koch hinzu.

Betroffen zeigte sich auch Jörg Bollmann, Direktor des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik. Zippert war von 1994 bis 2002 Jury-Vorsitzender des Robert-Geisendörfer-Preises, des Medienpreises der evangelischen Kirche. «Durch klare ethische Kriterien und ein unbestechliches Urteil hat Bischof Zippert über Jahre entscheidend dazu beigetragen, dass der Robert-Geisendörfer-Preis Maßstäbe für die Arbeit der Medien gesetzt hat», sagte er. (16.08.2007)


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