Archiv: Bistum und Landeskirche «Gemeinsam ökumenisch auf dem Weg» durch 2021

Kassel/Fulda (medio). Mit einem gemeinsamen Brief wenden sich Bischöfin Prof. Dr. Beate Hofmann (Kassel) und Bischof Dr. Michael Gerber (Fulda) erstmals in dieser Form an die Christinnen und Christen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und im Bistum. Darin erinnern sie an die besonderen Herausforderungen der letzten Monate in der Corona-Pandemie und das Miteinander beider Kirchen, in dieser Krise Zeichen der Zuversicht und der Hoffnung zu setzen. «Überraschendes ist geschehen mitten in der Krise: kreativ gestaltete Gottesdienste – mit Abstand, digital, im Freien – sind entstanden, Seelsorge findet am Telefon statt oder am Fenster; Verbundenheit entsteht über eine Einkaufstüte an der Haustür oder ein Kärtchen im Briefkasten; Fürbitten, Predigten, Gottesdienstvorschläge und gute Gedanken hängen an der Leine», schreiben Hofmann und Gerber. «Wir können so vieles und haben so viel Neues auf den Weg gebracht.»

Gleichzeitig ermutigen sie zu einem weiteren ökumenischen Engagement in diesem besonderen Jahr, wenn auch die Folgen der Pandemie veränderte Formate erfordern. So verweisen Bischöfin Hofmann und Bischof Gerber in ihrem Brief auf den Ökumenischen Kirchentags-Sonntag am 7. Februar mit einem gemeinsamen Gottesdienst aus der Kaufunger Stiftskirche, den Weltgebetstag am 5. März oder den im Mai 2021 unter dem Leitwort «schaut hin» weitgehend digital veranstalteten 3. Ökumenischen Kirchentag und rufen zur Beteiligung auf.

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Brief von Bischöfin Dr. Hofmann und Bischof Dr. Gerber:
Bistum und Landeskirche «Gemeinsam ökumenisch auf dem Weg» durch 2021

Bistum und Landeskirche «Gemeinsam ökumenisch auf dem Weg» durch 2021
Bischöfin Dr. Beate Hofmann (Kassel) und Bischof Dr. Michael Gerber (Fulda). (Fotos: medio.tv/Schauderna & Bistum Fulda)

Kassel/Fulda (medio). Mit einem gemeinsamen Brief wenden sich Bischöfin Prof. Dr. Beate Hofmann (Kassel) und Bischof Dr. Michael Gerber (Fulda) erstmals in dieser Form an die Christinnen und Christen in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und im Bistum. Darin erinnern sie an die besonderen Herausforderungen der letzten Monate in der Corona-Pandemie und das Miteinander beider Kirchen, in dieser Krise Zeichen der Zuversicht und der Hoffnung zu setzen. «Überraschendes ist geschehen mitten in der Krise: kreativ gestaltete Gottesdienste – mit Abstand, digital, im Freien – sind entstanden, Seelsorge findet am Telefon statt oder am Fenster; Verbundenheit entsteht über eine Einkaufstüte an der Haustür oder ein Kärtchen im Briefkasten; Fürbitten, Predigten, Gottesdienstvorschläge und gute Gedanken hängen an der Leine», schreiben Hofmann und Gerber. «Wir können so vieles und haben so viel Neues auf den Weg gebracht.»

Gleichzeitig ermutigen sie zu einem weiteren ökumenischen Engagement in diesem besonderen Jahr, wenn auch die Folgen der Pandemie veränderte Formate erfordern. So verweisen Bischöfin Hofmann und Bischof Gerber in ihrem Brief auf den Ökumenischen Kirchentags-Sonntag am 7. Februar mit einem gemeinsamen Gottesdienst aus der Kaufunger Stiftskirche, den Weltgebetstag am 5. März oder den im Mai 2021 unter dem Leitwort «schaut hin» weitgehend digital veranstalteten 3. Ökumenischen Kirchentag und rufen zur Beteiligung auf.

Der gemeinsame Brief im Wortlaut:

 

Liebe Schwestern und Brüder
in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und im Bistum Fulda!

Wir beide wenden uns erstmalig in dieser Form an Sie, die Sie zu unseren Kirchen gehören und vor Ort engagiert Zeugnis geben von der Kraft des Evangeliums. Davon sind wir ermutigt, gerade in schwerer Zeit. So wurde uns am Weihnachtsfest neu zugesagt: «Fürchtet Euch nicht» (vgl. Lk 2,10). Mögen diese Worte in unseren Herzen Resonanz finden, gerade jetzt, wo wir die Zerbrechlichkeit des Lebens so deutlich spüren. Gott der «Immanuel - der Gott mit uns» (vgl. Jes 7,14) geht mit uns in dieser schwierigen Zeit.

Wir spüren, wie schwierig diese Pandemiezeit ist. Sie hält schon so lange an und wir wissen nicht, wie lange noch: Wir sind «Corona-müde» und «Abstands-müde» und «Bildschirm-müde». Wie gern würden wir endlich einmal wieder miteinander singen und feiern - und doch benötigen wir noch Geduld und Ausdauer. Dabei können wir aber auch mit einer grundlegenden Erfahrung in Berührung kommen, die wir vielleicht selbst schon einmal machen durften: Wir wissen nicht weiter, sind resigniert oder traurig. Da wachsen uns plötzlich neue Kraft und neuer Mut zu, unerwartet - weil eben andere an uns denken und uns durch ihr Gebet mittragen. Gott schenkt uns diese Kraft. Im Mittelalter standen die Krankenhäuser oft unter dem Patronat des Heiligen Geistes, den wir als den «Atem Gottes» bezeichnen: Die Sorge für Kranke und Sterbende schien - wie der Einsatz so vieler in dieser Pandemie - allein menschlich gesehen nicht zu bewältigen. Darin fand also die tiefe Überzeugung ihren Ausdruck, dass es für einen «langen Atem» den Geist Gottes braucht, um die nächsten nötigen Schritte gehen zu können. Bitten wir Gott um seine Hilfe, dass wir gerade jetzt weiterhin liebevoll füreinander und unsere Mitmenschen einstehen können.

Solche Krisen können auseinanderreißen oder zusammenführen. Bislang haben wir uns nicht auseinanderreißen lassen. Im Gegenteil: Überraschendes ist geschehen mitten in der Krise: kreativ gestaltete Gottesdienste - mit Abstand, digital, im Freien, Seelsorge findet am Telefon statt oder am Fenster; Verbundenheit entsteht über eine Einkaufstüte an der Haustür oder ein Kärtchen im Briefkasten; Fürbitten, Predigten, Gottesdienstvorschläge und gute Gedanken hängen an der Leine, liegen in den Kirchen aus und können mitgenommen werden usw. Wir können so vieles und haben so viel Neues auf den Weg gebracht.

Wir sind «von Marburg über Kassel und Fulda bis nach Hanau» schon lange und intensiv gemeinsam auf dem Weg. Wir können vielfach gar nicht anders - es ist - Gott sei Dank - zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Wir haben gemeinsam schwierige und traurige Situationen erlebt und sind ihnen gemeinsam begegnet. Gemeinsam haben wir getrauert und gemeinsam gedenken wir, z. B. in Hanau und in Volkmarsen. Gemeinsam erleben wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Und gemeinsam setzen wir Zeichen der Hoffnung: Ökumenische Initiativen lindern und helfen, wo sie nur können.

Hoffnungsvolle Zeichen der Ökumene sollen im Jahr 2021 weiterleuchten und verstärkt werden, neue sollen gesetzt werden:

Ein erstes gemeinsames Zeichen in diesem Jahr ist der gemeinsame Gottesdienst am Ökumenischen Kirchentags-Sonntag, dem 7. Februar 2021. Wir beide feiern mit Ihnen Gottesdienst in digitaler Form, der aus der Stiftskirche in Kaufungen, einem ökumenischen Ort, zu Ihnen kommen wird. So laden wir Sie ein, von zu Hause aus über den Bildschirm teilzunehmen und über die Internetseiten unserer bei- den Kirchen mit uns verbunden zu feiern.

Am 5. März findet in vielen Gemeinden der jährliche Weltgebetstag statt, der dieses Jahr aus Vanuatu im Südpazifik kommt. Trotz Corona wird vielerorts auf kreative Weise in ökumenischer Gemeinschaft Weltgebetstag gefeiert.

Vom 13. bis 16. Mai wird dann der 3. Ökumenische Kirchentag von Frankfurt aus und darüber hinaus dezentral stattfinden. Es ist wegen der Pandemie nicht möglich, viele Menschen nach Frankfurt ein- zuladen, daher wird er nach einem Beschluss der Verantwortlichen digital stattfinden. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, vor Ort, in Ihrer Gemeinde, in der Gruppe (in der zu jenem Zeitpunkt möglichen Form) oder verbunden über Bildschirme, den Ökumenischen Kirchentag zu erleben. Holen Sie ihn nach Hause, ins Wohnzimmer, in den Kirchgarten, in die Ökumene vor Ort. Über die genauen Veranstaltungen werden unsere beiden Verantwortlichen (Frau Pfarrerin Ute Engel und Herr Diakon Dr. Stefan Wick) in den kommenden Wochen informieren. Wir hoffen derzeit, dass wir dann ökumenisch verbunden auch real zusammenkommen können.

«Schaut hin» (Mk 6,38) - so lautet das Leitwort des Ökumenischen Kirchentages. Es stammt aus der Geschichte von der Speisung der Vielen - und es passt in die Welt, in der wir gerade leben. In einer Notsituation fordert Jesus dazu auf, genau hinzuschauen, im scheinbaren Kleinen den wertvollen Beitrag für die Linderung der Not zu entdecken. Wir werden herausgefordert, zu entdecken, was uns bereichert - auch in unserem ökumenischen Miteinander. Wir werden aufgefordert, die Potentiale und Ressourcen zu sehen und nicht nur die Defizite oder wechselseitigen Überforderungen.

Unser gemeinsamer Impuls ist die Frage: Was ist unser gemeinsamer Auftrag in dieser Welt, in dieser Zeit? Was dürfen wir wagen, was müssen wir wagen, um als Kirche sichtbar und erfahrbar zu sein? Wie leben wir gemeinsam eine Kirche, die nicht um sich selbst kreist, sondern das Miteinander und Füreinander in der Welt lebt und fördert?

Wir haben - wohl auch bleibend - unterschiedliche Blickrichtungen und sicher auch blinde Flecke, und es ist gut, sich darüber auszutauschen. Und wir haben jeweils Ressourcen und Potenziale, die mehr ermöglichen, wenn wir sie zusammenbringen und teilen. Am Ende geht mehr, als wir dachten und für möglich hielten, in unserem Ort, unserem Stadtteil, unserem Land.

So gehen wir gemeinsam und voller Vertrauen weiter in das ökumenische Jahr 2021/2022: Gott selbst segne unser Mühen, Tasten und Fragen und begleite unsere Aufbrüche!

In herzlicher Verbundenheit grüßen Sie - in der Gebetswoche für die Einheit der Christen - aus Kassel und Fulda

Ihre

Dr. Beate Hofmann und Dr. Michael Gerber

(25.01.2021)


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Das Bistum Fulda finden Sie im Internet unter:

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Informationen zum Weltgebetstag 2021 in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck finden Sie im Internet unter:

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Informationen zum 3. Ökumenischen Kirchentag im Mai 2021 finden Sie unter: