Archiv: Bischöfin zur Corona-Impfung: Sich eigener Verantwortung bewusst sein

Kassel (medio). Nach dem holprigen Start der Impfkampagne scheint sich die Lage zumindest etwas zu entspannen. So sollen laut Informationen der Tagesschau bis Ende März fast 14 Millionen Dosen geliefert werden. Für immer mehr Menschen stellt sich dann die Frage: Lasse ich mich impfen oder nicht? Die Entscheidung ist persönlich und freiwillig. Einen Impfzwang lehnt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ab. Bischöfin Dr. Beate Hofmann sagte dazu in einer Mitteilung der Pressestelle: «Es gibt gute Gründe, die für die Impfung sprechen, weil sie der einzige Weg raus aus der Corona-Pandemie ist. Ich befürworte sie, um sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.»

Sorge mache der Bischöfin indes, dass viele Pflegekräfte noch zögerlich seien: «Ich kann die Bedenken wegen fehlender Langzeitstudien nachvollziehen, halte es aber für notwendig, die verschiedenen Argumente für und gegen Impfen sorgfältig abzuwägen und sich der eigenen Verantwortung hier auch bewusst zu sein.» 

Im Blick auf den Mangel an Impfstoff begrüßt Dr. Hofmann die von der Ständigen Impfkommission entwickelte Reihenfolge der Impfungen, die die besonders gefährdeten Menschen priorisiert. «Eine unterschiedliche Behandlung von Geimpften und Nichtgeimpften halte ich nicht für gerechtfertigt, weil noch nicht alle die Chance hatten, sich impfen zu lassen und zu viele Fragen um die Wirkung der Impfstoffe bei den aufgetretenen Mutationen offen sind», so die Bischöfin weiter. Pfarrerinnen und Pfarrer sollten – wie auch bei der Frage nach dem Organspendeausweis - die Auseinandersetzung mit diesen sehr persönlichen ethischen Fragen anregen und unterstützen, regte die Bischöfin an. Bezüglich der Berichte über Impfmissbrauch im Umgang mit 'Impfresten' zeige sich, so die Bischöfin weiter «dass wir die Impforganisation verbessern müssen und dafür sorgen müssen, dass der vorhandene Impfstoff in allen Fällen denen zu Gute kommt, die besonders von Covid19 bedroht sind. Impfstoff für die eigene Familie oder Menschen, die noch nicht 'dran' sind, abzuzweigen, ist für mich nicht akzeptables Verhalten.»

Einer eindeutigen «Empfehlung» für die Impfung erteilte Bischöfin Hofmann eine Absage. Das widerspreche «dem evangelischen Verständnis von ethischer Urteilsfindung und Urteilsfähigkeit jedes Menschen», so Bischöfin Dr. Hofmann. (15.02.2021)
 

2021-02-15 32376

Standpunkt - Impfen: Ja oder Nein?
Bischöfin zur Corona-Impfung: Sich eigener Verantwortung bewusst sein

Bischöfin zur Corona-Impfung: Sich eigener Verantwortung bewusst sein
Für immer mehr Menschen stellt sich die Frage: Lasse ich mich impfen oder nicht? Die Entscheidung ist persönlich und freiwillig. Unser Foto zeigt Ampullen mit einem Covid19-Impfstoff. (Foto: Pixabay)

Kassel (medio). Nach dem holprigen Start der Impfkampagne scheint sich die Lage zumindest etwas zu entspannen. So sollen laut Informationen der Tagesschau bis Ende März fast 14 Millionen Dosen geliefert werden. Für immer mehr Menschen stellt sich dann die Frage: Lasse ich mich impfen oder nicht? Die Entscheidung ist persönlich und freiwillig. Einen Impfzwang lehnt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ab. Bischöfin Dr. Beate Hofmann sagte dazu in einer Mitteilung der Pressestelle: «Es gibt gute Gründe, die für die Impfung sprechen, weil sie der einzige Weg raus aus der Corona-Pandemie ist. Ich befürworte sie, um sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.»

Sorge mache der Bischöfin indes, dass viele Pflegekräfte noch zögerlich seien: «Ich kann die Bedenken wegen fehlender Langzeitstudien nachvollziehen, halte es aber für notwendig, die verschiedenen Argumente für und gegen Impfen sorgfältig abzuwägen und sich der eigenen Verantwortung hier auch bewusst zu sein.» 

Im Blick auf den Mangel an Impfstoff begrüßt Dr. Hofmann die von der Ständigen Impfkommission entwickelte Reihenfolge der Impfungen, die die besonders gefährdeten Menschen priorisiert. «Eine unterschiedliche Behandlung von Geimpften und Nichtgeimpften halte ich nicht für gerechtfertigt, weil noch nicht alle die Chance hatten, sich impfen zu lassen und zu viele Fragen um die Wirkung der Impfstoffe bei den aufgetretenen Mutationen offen sind», so die Bischöfin weiter. Pfarrerinnen und Pfarrer sollten – wie auch bei der Frage nach dem Organspendeausweis - die Auseinandersetzung mit diesen sehr persönlichen ethischen Fragen anregen und unterstützen, regte die Bischöfin an. Bezüglich der Berichte über Impfmissbrauch im Umgang mit 'Impfresten' zeige sich, so die Bischöfin weiter «dass wir die Impforganisation verbessern müssen und dafür sorgen müssen, dass der vorhandene Impfstoff in allen Fällen denen zu Gute kommt, die besonders von Covid19 bedroht sind. Impfstoff für die eigene Familie oder Menschen, die noch nicht 'dran' sind, abzuzweigen, ist für mich nicht akzeptables Verhalten.»

Einer eindeutigen «Empfehlung» für die Impfung erteilte Bischöfin Hofmann eine Absage. Das widerspreche «dem evangelischen Verständnis von ethischer Urteilsfindung und Urteilsfähigkeit jedes Menschen», so Bischöfin Dr. Hofmann. (15.02.2021)
 

Bischöfin Dr. Beate Hofmann (Foto: medio.tv/Schauderna)

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Fragen zur COVID-19-Impfung? Antworten und aktuelle Zahlen zu den Impfstoff-Liefermengen gibt das Bundesgesundheitsministerium im Internet: