Archiv: Hofmann: «Die Krise gemeinsam bewältigen, statt sie zu ignorieren»

Kassel (medio). Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann, hat die Ausschreitungen bei den Protesten gegen die Corona-Politik am Samstag in Kassel verurteilt. Kirche als Gemeinschaft von Christinnen und Christen trete für Demokratie und ein gelungenes Miteinander ein; sie stelle sich gegen jede Form von Gewalt, Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

«Freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut, für dessen Wahrung wir uns einsetzen. Aber ein Verhalten auf einer Demo, das Corona-Regeln nicht beachtet und mutwillig Ansteckungsrisiken in Kauf nimmt, ist kein sinnvoller Ausdruck der freien Meinungsäußerung, sondern höchst fahrlässig und verantwortungslos», so die Bischöfin. Denn dadurch würden Inzidenzwerte weiter hochgetrieben und die Einschränkungen andauern. «Die Missachtung der Corona-Regeln gefährdet Menschenleben.»

Bischöfin Hofmann mahnt stattdessen zu Besonnenheit und Geduld: «Wir vertrauen darauf, dass wir diese Krise gemeinsam bewältigen werden, statt sie zu ignorieren.» Zusammenhalt sei das Gebot der Stunde: «Zusammenhalt heißt aus unserer Sicht, die Corona-Regeln noch so lange aushalten, bis genug Impfstoff für alle da ist und miteinander die sozialen Folgen bewältigen. Zusammenhalt heißt nicht, sich über Regeln hinwegzusetzen, die zwar einschränken, aber auch Gesundheit und Leben schützen.»
  
Nach Angaben der Polizei waren am Samstag mehrere tausend Menschen in der Kasseler Innenstadt zusammengekommen, ohne bei dem nicht angemeldeten Demonstrationszug die Anweisungen der Behörden zu beachten. Zwischen der Polizei und den Demonstrierenden war es zu massiven Auseinandersetzungen gekommen. Ursprünglich hatten die 'Freien Bürger Kassel' eine Kundgebung sowie einen Umzug durch die Innenstadt mit rund 17 500 Teilnehmenden geplant. Bundesweit hatten dazu 'Querdenkende' mobilisiert. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hatte nur 6000 Demonstrierende abseits der Kasseler Innenstadt zugelassen und dies mit den steigenden Infektionszahlen begründet. (20.03.2021)

2021-03-24 32639

Corona-Demo
Hofmann: «Die Krise gemeinsam bewältigen, statt sie zu ignorieren»

Hofmann: «Die Krise gemeinsam bewältigen, statt sie zu ignorieren»
Bundesweit hatten «Querdenkende» zu Kundgebung und Umzug in Kassel mobilisiert. Das Foto zeigt Demonstranten am Friedrichsplatz. (Foto: medio.tv/Schauderna)

Kassel (medio). Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann, hat die Ausschreitungen bei den Protesten gegen die Corona-Politik am Samstag in Kassel verurteilt. Kirche als Gemeinschaft von Christinnen und Christen trete für Demokratie und ein gelungenes Miteinander ein; sie stelle sich gegen jede Form von Gewalt, Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

«Freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut, für dessen Wahrung wir uns einsetzen. Aber ein Verhalten auf einer Demo, das Corona-Regeln nicht beachtet und mutwillig Ansteckungsrisiken in Kauf nimmt, ist kein sinnvoller Ausdruck der freien Meinungsäußerung, sondern höchst fahrlässig und verantwortungslos», so die Bischöfin. Denn dadurch würden Inzidenzwerte weiter hochgetrieben und die Einschränkungen andauern. «Die Missachtung der Corona-Regeln gefährdet Menschenleben.»

Bischöfin Hofmann mahnt stattdessen zu Besonnenheit und Geduld: «Wir vertrauen darauf, dass wir diese Krise gemeinsam bewältigen werden, statt sie zu ignorieren.» Zusammenhalt sei das Gebot der Stunde: «Zusammenhalt heißt aus unserer Sicht, die Corona-Regeln noch so lange aushalten, bis genug Impfstoff für alle da ist und miteinander die sozialen Folgen bewältigen. Zusammenhalt heißt nicht, sich über Regeln hinwegzusetzen, die zwar einschränken, aber auch Gesundheit und Leben schützen.»
  
Nach Angaben der Polizei waren am Samstag mehrere tausend Menschen in der Kasseler Innenstadt zusammengekommen, ohne bei dem nicht angemeldeten Demonstrationszug die Anweisungen der Behörden zu beachten. Zwischen der Polizei und den Demonstrierenden war es zu massiven Auseinandersetzungen gekommen. Ursprünglich hatten die 'Freien Bürger Kassel' eine Kundgebung sowie einen Umzug durch die Innenstadt mit rund 17 500 Teilnehmenden geplant. Bundesweit hatten dazu 'Querdenkende' mobilisiert. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hatte nur 6000 Demonstrierende abseits der Kasseler Innenstadt zugelassen und dies mit den steigenden Infektionszahlen begründet. (20.03.2021)