Archiv: Evangelischer Gruß zum Ramadan: Die Kraft des Glaubens hilft, das zu ertragen, was wir nicht ändern können

Kassel/Darmstadt (medio). Zum Beginn des Fastenmonats Ramadan am Dienstag haben die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, sowie der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, Vertretern islamischer Verbände und Gemeinden in einem gemeinsamen Schreiben Grüße zum Fastenmonat übermittelt.
 
In dem Brief erklären die beiden Leitenden Geistlichen, dass sie gut nachvollziehen können, wie herausfordernd die Gestaltung von gemeinsamen Feiern unter Coronabedingungen ist. «Wie schmerzhaft das gerade in den besonders durch Gemeinschaft geprägten Zeiten ist, haben wir über die Osterfeiertage ebenfalls erneut erfahren müssen», so Hofmann und Jung. «Es ist darum gut, sich bewusst zu machen, wie sehr es in unseren Festzeiten darum geht, Gottes Nähe zu suchen und sich seiner Gegenwart zu vergewissern.» Die Leitenden Geistlichen ermutigen den Glaube als Quelle der Kraft zu nutzen: «Die Kraft des Glaubens hilft, das zu ertragen, was wir nicht ändern können. Und sie stärkt dazu, dass wir in dieser Welt Verantwortung übernehmen für ein gutes und friedliches Miteinander.»

2021-08-25 32794

Kirchenpräsident und Bischöfin schreiben islamischen Vertretern
Evangelischer Gruß zum Ramadan: Die Kraft des Glaubens hilft, das zu ertragen, was wir nicht ändern können

Evangelischer Gruß zum Ramadan: Die Kraft des Glaubens hilft, das zu ertragen, was wir nicht ändern können

Kassel/Darmstadt (medio). Zum Beginn des Fastenmonats Ramadan am Dienstag haben die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, sowie der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, Vertretern islamischer Verbände und Gemeinden in einem gemeinsamen Schreiben Grüße zum Fastenmonat übermittelt.
 
In dem Brief erklären die beiden Leitenden Geistlichen, dass sie gut nachvollziehen können, wie herausfordernd die Gestaltung von gemeinsamen Feiern unter Coronabedingungen ist. «Wie schmerzhaft das gerade in den besonders durch Gemeinschaft geprägten Zeiten ist, haben wir über die Osterfeiertage ebenfalls erneut erfahren müssen», so Hofmann und Jung. «Es ist darum gut, sich bewusst zu machen, wie sehr es in unseren Festzeiten darum geht, Gottes Nähe zu suchen und sich seiner Gegenwart zu vergewissern.» Die Leitenden Geistlichen ermutigen den Glaube als Quelle der Kraft zu nutzen: «Die Kraft des Glaubens hilft, das zu ertragen, was wir nicht ändern können. Und sie stärkt dazu, dass wir in dieser Welt Verantwortung übernehmen für ein gutes und friedliches Miteinander.»

Das Schreiben im Wortlaut:

«In diesen Tagen beginnt der Fastenmonat Ramadan. Vor Ihnen und Ihren Glaubensgeschwistern liegen ganz besondere Wochen des Gebets und der religiösen Konzentration. Doch schon zum zweiten Mal wird die Corona-Pandemie die Gestaltung des Ramadans beeinflussen. Auch in diesem Jahr werden Begegnungen und gemeinsames Feiern im Ramadan innerhalb und außerhalb der Familie vermutlich nur sehr eingeschränkt möglich sein. Nach wie vor ist es nötig, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Wie schmerzhaft das gerade in den besonders durch Gemeinschaft geprägten Zeiten ist, haben wir über die Osterfeiertage ebenfalls erneut erfahren müssen. Es ist darum gut, sich bewusst zu machen, wie sehr es in unseren Festzeiten darum geht, Gottes Nähe zu suchen und sich seiner Gegenwart zu vergewissern. 
 
Der Glauben ist eine besondere Quelle der Kraft. Die Kraft des Glaubens hilft, das zu ertragen, was wir nicht ändern können. Und sie stärkt dazu, dass wir in dieser Welt Verantwortung übernehmen für ein gutes und friedliches Miteinander. Das erfahren wir auf je eigene Weise im Glauben unserer Religionen. So wünschen wir Ihnen und allen, die Ihnen nahe sind, gerade jetzt in diesem Ramadan eine glaubensstärkende und gesegnete Zeit.»

Hintergrund «Ramadan»

Der Fastenmonat Ramadan ist tief im Islam verwurzelt. Er gilt als Gebot Gottes und ist eine der fünf Glaubenssäulen des Islam. Mit dem Ramadan verbinden sich im religiösen Jahreskreis die wichtigsten Feste, wie das große Fastenbrechen zum Ende der etwa vierwöchigen Zeit. Gläubige sind im Monat Ramadan aufgerufen, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr zu verzichten. Nach Eintritt der Dunkelheit wird in oft großen Feiern das Fastenbrechen zelebriert. Kinder und alte oder kranke Menschen sowie Schwangere sind vom Fasten ausgenommen. In diesem Jahr beginnt der Ramadan am 13. April und dauert bis 12. Mai. Da er nach dem Mondkalender berechnet wird, der nur 354 Tage umfasst, verschiebt er sich jedes Jahr um etwa zehn Tage gegenüber dem üblicherweise heute genutzten Sonnenkalender. Weltweit bekennt sich etwa eine Milliarde Menschen zum Islam. In Deutschland leben nach einer Studie des Bundesinnenministeriums etwa viereinhalb Millionen Muslime.
(13.05.2021)