Archiv: Das Freiwillige Soziale Jahr früher und heute

Seit über 50 Jahren gibt es in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren.

medio befragte zwei FSJler zu den Erfahrungen, die sie in ihrer freiwilligen Tätigkeit sammeln konnten und warum freiwilliges Engagement heute noch wichtig ist.

2009-03-20 5265

Nachgefragt:
Das Freiwillige Soziale Jahr früher und heute

 

Seit über 50 Jahren gibt es in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren.

medio befragte zwei FSJler zu den Erfahrungen, die sie in ihrer freiwilligen Tätigkeit sammeln konnten und warum freiwilliges Engagement heute noch wichtig ist.


keyboard_arrow_left Übersicht

Hier gelangen Sie wieder zurück zur vorherigen Übersicht:

Archiv: «Freiwilligenarbeit gibt Lebenshilfe und Orientierung, darf aber nicht ausgenutzt werden»

medio: Wie sind Sie dazu gekommen ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen?

Gerda Osigus: Es war eigentlich eine aus der Not geborene Idee, weil ich damals an den Kurzschuljahren teilgenommen habe und danach erst 15 Jahre alt war. Es war ein bisschen schwierig, eine Ausbildung anzufangen und da kam mir das Soziale Jahr ganz gelegen. Ich hatte damals den Drang, mich sozial zu engagieren und habe gehofft, dass das FSJ mir da mehr Möglichkeiten gibt in den Berufsalltag  hinein zu schauen.

medio: Was hat Ihnen das Freiwillige Soziale Jahr gebracht?

Gerda Osigus: Ich denke, dass das FSJ für die Entscheidung Sozialpädagogik zu studieren sehr wichtig war. Und auch die Gemeinschaft während der Seminare war mir wichtig. Außerdem war für mich die damalige Leiterin Dore Spellenberg beim FSJ eine sehr wichtige Person, da sie Verständnis, Herzlichkeit und Fachkompetenz in sich vereinigte.

medio: Wurden Sie ernst genommen, so wie Sie auch heute FSJler ernst nehmen?

Gerda Osigus: Ich muss sagen, da sind wir schon ernst genommen worden und haben auch Unterstützung bekommen. Denn es war so, dass ich das erste Mal von zu Hause weg war. Ich bin damals ziemlich behütet und streng erzogen worden. Das war also ein großer Freiraum für mich, mit anderen Menschen in einer Wohngemeinschaft zusammen zu leben

medio: Ist freiwilliges Engagement heute noch wichtig?

Gerda Osigus: Ich finde es wichtig, dass durch Freiwilligenarbeit keine Stellen wegrationalisiert werden. Es ist für mich ein Problem, wenn freiwilliges Engagement ausgenutzt wird, indem dann andere überflüssig gemacht werden. Aber wenn freiwilliges Engagement dahin führt, dass es für einen selber und für andere eine Lebenshilfe und eine Orientierungsphase ist, dann finde ich das sehr wichtig, weil wir da im zwischenmenschlichen Bereich viel über uns und über andere erfahren können.

2009-03-20 5264


«Freiwilligenarbeit gibt Lebenshilfe und Orientierung, darf aber nicht ausgenutzt werden»

 

medio: Wie sind Sie dazu gekommen ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen?

Gerda Osigus: Es war eigentlich eine aus der Not geborene Idee, weil ich damals an den Kurzschuljahren teilgenommen habe und danach erst 15 Jahre alt war. Es war ein bisschen schwierig, eine Ausbildung anzufangen und da kam mir das Soziale Jahr ganz gelegen. Ich hatte damals den Drang, mich sozial zu engagieren und habe gehofft, dass das FSJ mir da mehr Möglichkeiten gibt in den Berufsalltag  hinein zu schauen.

medio: Was hat Ihnen das Freiwillige Soziale Jahr gebracht?

Gerda Osigus: Ich denke, dass das FSJ für die Entscheidung Sozialpädagogik zu studieren sehr wichtig war. Und auch die Gemeinschaft während der Seminare war mir wichtig. Außerdem war für mich die damalige Leiterin Dore Spellenberg beim FSJ eine sehr wichtige Person, da sie Verständnis, Herzlichkeit und Fachkompetenz in sich vereinigte.

medio: Wurden Sie ernst genommen, so wie Sie auch heute FSJler ernst nehmen?

Gerda Osigus: Ich muss sagen, da sind wir schon ernst genommen worden und haben auch Unterstützung bekommen. Denn es war so, dass ich das erste Mal von zu Hause weg war. Ich bin damals ziemlich behütet und streng erzogen worden. Das war also ein großer Freiraum für mich, mit anderen Menschen in einer Wohngemeinschaft zusammen zu leben

medio: Ist freiwilliges Engagement heute noch wichtig?

Gerda Osigus: Ich finde es wichtig, dass durch Freiwilligenarbeit keine Stellen wegrationalisiert werden. Es ist für mich ein Problem, wenn freiwilliges Engagement ausgenutzt wird, indem dann andere überflüssig gemacht werden. Aber wenn freiwilliges Engagement dahin führt, dass es für einen selber und für andere eine Lebenshilfe und eine Orientierungsphase ist, dann finde ich das sehr wichtig, weil wir da im zwischenmenschlichen Bereich viel über uns und über andere erfahren können.


Archiv: «Ein FSJ hilft dabei, sich zu sammeln und neue Erfahrungen zu machen»

medio: Wie bist du dazu gekommen ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen?

Sheyla-Marie Steckhahn: Ich kam auf die Idee, da ich vorher auf einer Schule war, die sich mit dem sozialen Bereich auseinander gesetzt hat und ich es wichtig fand auch praktische Erfahrung zu sammeln. Ich wollte mit Jugendlichen und Kindern arbeiten, um zu sehen, wie ein Arbeitstag so aussehen könnte.

medio: Was bringt Dir das Freiwillige Soziale Jahr?

Sheyla-Marie Steckhahn: Man kann seine Berufswahl noch einmal überdenken oder gerade dann die Zeit finden, sich mit dem auseinander zu setzen, was man später machen möchte. Das FSJ ermöglicht es einem auch, eine Auszeit zu nehmen, sich zu sammeln und neue Erfahrungen zu machen, bevor man mit dem Studium oder der Arbeit beginnt.

medio: Wie wirst Du als Freiwillige akzeptiert?

Sheyla-Marie Steckhahn: Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass FSJler gerade in meinem Bereich sehr akzeptiert werden. Denn ohne uns würde vieles nicht funktionieren. Gerade bei der Arbeit mit jüngeren Kindern, die sechs oder sieben Jahre alt sind, wird es schwierig. Es muss jeder einzeln gefördert werden und durch uns wird das ermöglicht.

medio: Ist freiwilliges Engagement heute noch wichtig?

Sheyla-Marie Steckhahn: Ich empfinde freiwilliges Engagement heute noch als sehr wichtig, da gerade wir Jugendlichen immer wieder als «faule Rumsitzer» abgestempelt werden. Dabei denke ich, dass gerade die steigende Anzahl der Freiwilligen über die letzten Jahre zeigt, wie sehr wir doch engagiert sind und wie sehr wir mit anderen Menschen arbeiten möchten.


Die Fragen stellte medio-Radioredakteur Torsten Scheuermann.

2009-03-20 5263


«Ein FSJ hilft dabei, sich zu sammeln und neue Erfahrungen zu machen»

 

medio: Wie bist du dazu gekommen ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen?

Sheyla-Marie Steckhahn: Ich kam auf die Idee, da ich vorher auf einer Schule war, die sich mit dem sozialen Bereich auseinander gesetzt hat und ich es wichtig fand auch praktische Erfahrung zu sammeln. Ich wollte mit Jugendlichen und Kindern arbeiten, um zu sehen, wie ein Arbeitstag so aussehen könnte.

medio: Was bringt Dir das Freiwillige Soziale Jahr?

Sheyla-Marie Steckhahn: Man kann seine Berufswahl noch einmal überdenken oder gerade dann die Zeit finden, sich mit dem auseinander zu setzen, was man später machen möchte. Das FSJ ermöglicht es einem auch, eine Auszeit zu nehmen, sich zu sammeln und neue Erfahrungen zu machen, bevor man mit dem Studium oder der Arbeit beginnt.

medio: Wie wirst Du als Freiwillige akzeptiert?

Sheyla-Marie Steckhahn: Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass FSJler gerade in meinem Bereich sehr akzeptiert werden. Denn ohne uns würde vieles nicht funktionieren. Gerade bei der Arbeit mit jüngeren Kindern, die sechs oder sieben Jahre alt sind, wird es schwierig. Es muss jeder einzeln gefördert werden und durch uns wird das ermöglicht.

medio: Ist freiwilliges Engagement heute noch wichtig?

Sheyla-Marie Steckhahn: Ich empfinde freiwilliges Engagement heute noch als sehr wichtig, da gerade wir Jugendlichen immer wieder als «faule Rumsitzer» abgestempelt werden. Dabei denke ich, dass gerade die steigende Anzahl der Freiwilligen über die letzten Jahre zeigt, wie sehr wir doch engagiert sind und wie sehr wir mit anderen Menschen arbeiten möchten.


Die Fragen stellte medio-Radioredakteur Torsten Scheuermann.