Dienstag: Dienstag, 27. November 2007 2007-11-27 4030


Dienstag, 27. November 2007

 
Dienstag: Vizepräsident Knöppel: Festhalten am Sparkurs unerlässlich - Demografischer Wandel größte Herausforderung

Hofgeismar (medio). Der leitende Jurist der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Volker Knöppel, hat zu einem strikten Festhalten am Sparkurs der Landeskirche aufgerufen. In seinem Finanzbericht vor der Landessynode in Hofgeismar sagte Knöppel am heutigen Dienstag, zu dem eingeschlagenen Weg der Haushaltskonsolidierung, gebe es keine Alternative. Eine Haushaltskonsolidierung soll 2010/2011 erreicht sein, so Knöppel.

Die stärkste Herausforderung für die Landeskirche stelle mit Blick auf ihre Mitgliederzahl und ihre Einnahmen der demographische Wandel dar. Zwar werde für das gesamte Bundesland Hessen erst ab 2020 mit einem Bevölkerungsrückgang gerechnet; im Regierungsbezirk Kassel werde die Bevölkerung bereits bis 2020 um 4,4 Prozent und bis 2050 um fast 20 Prozent gegenüber dem jetzigen Stand zurückgehen. Hiervon sei die Landeskirche überdurchschnittlich betroffen. Zugleich seien derzeit nur noch rund 30 Prozent der Kirchenmitglieder Kirchensteuerzahler – mit weiter abnehmender Tendenz. Diese zu erwartenden Entwicklungen müssten bei den Planungen der Landeskirche «zwingend berücksichtigt werden».

Steigerung der Kirchensteuereinnahmen 2006-2007 nur «Zwischenhoch»

Im Jahr 2006 konnten die Evangelischen Kirchen nach mehreren Jahren erheblichen Kirchensteuerrückgangs einen Anstieg der Einnahmen verzeichnen – im Bundesdurchschnitt 6,4 Prozent. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck konnte dabei gegenüber 2005 ein überdurchschnittliches Wachstum in Höhe von 7,45 Prozent verzeichnen. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2007 wurde ein Plus an Kirchensteuern von 8,1 Prozent erzielt.

Gleichwohl nimmt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit Blick auf die absoluten Zahlen bei den Kirchensteuereinnahmen im Vergleich mit den anderen Landeskirchen nur einen Platz im unteren Mittelfeld ein: Die Steuereinnahmen pro Kopf betrugen im Jahr 2006 in Kurhessen-Waldeck 133,79 Euro. Der Durchschnitt der EKD-Gliedkirchen beträgt 152,98 Euro, wobei das Spektrum von 235,35 Euro bis zu 50,33 Euro reicht. Für 2008 und 2009 sei, so Knöppel, aufgrund der leicht nachlassenden Konjunktur auch mit geringeren Steuerzuwächsen zu rechnen. Es sei deshalb in Bezug auf die gestiegenen Kirchensteuerzahlen von einer «Atempause» oder einem «Zwischenhoch» zu sprechen.

Zugleich müsse spätestens in der neuen Legislaturperiode des Bundes eine erneuten Senkung der Lohn- und Einkommenssteuer erwartet werden, was neben den Auswirkungen der demografischen Entwicklung Einbußen für die Kirchen bedeute. «Die Jahre des stetigen Wachstums sind damit wohl endgültig vorbei», betonte Knöppel. Umso wichtiger sei die Erschließung zusätzlicher Einkommensquellen in Gestalt freiwilliger Zuwendungen, etwa durch Spenden, Beteiligung an Stiftungen oder durch ein freiwilliges Kirchengeld, das in den Kirchenkreisen Wolfhagen und Melsungen eingeführt wurde.

Mehreinnahmen nicht für zusätzliche Ausgaben nutzen - Rücklagen aufstocken

Knöppel warnte davor, die jetzigen Steuermehreinnahmen für zusätzliche Ausgaben zu verwenden. Mit dem Jahr 2007 sei wohl die finanzielle Talsohle der Landeskirche durchschritten. Jetzt aber gelte es, die in den letzten Jahren angegriffenen Rücklagen, vor allem den so genannten Steuerverwahr, wiederaufzustocken. Derzeit müsse noch auf ihn zurückgegriffen werden, um Einnahmen und Ausgaben auszugleichen. Mit Blick auf die prognostizierten Entwicklungen sei er in den nächsten Jahren bis auf 40 Prozent des Haushaltsvolumens auszubauen. Dies sei eine von mehreren Maßnahmen, um künftigen Risiken zu begegnen, betonte der Vizepräsident. Die Landesynode wird am heutigen Dienstag in die Haushaltsberatungen eintreten.

Landessynode berät über Haushalt von je rund 190 Millionen Euro

Knöppel dankte ausdrücklich allen Verantwortlichen, dass die im Konsolidierungsplan der Landeskirche vorgesehenen Einsparvorgaben weitestgehend umgesetzt werden konnten und brachte im Anschluss vor der Landessynode in Hofgeismar den Doppelhaushalt für die Jahre 2008/2009 ein. Das Gesamtvolumen beträgt jeweils rund 190 Mio. Euro. Während der Konsolidierungsphase von 2006 bis 2011 werden die Doppelhaushalte der Landeskirche jeweils um 5 Mio. Euro abgesenkt.

2007-11-28 4029

Finanzbericht
Vizepräsident Knöppel: Festhalten am Sparkurs unerlässlich - Demografischer Wandel größte Herausforderung

 

Hofgeismar (medio). Der leitende Jurist der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Volker Knöppel, hat zu einem strikten Festhalten am Sparkurs der Landeskirche aufgerufen. In seinem Finanzbericht vor der Landessynode in Hofgeismar sagte Knöppel am heutigen Dienstag, zu dem eingeschlagenen Weg der Haushaltskonsolidierung, gebe es keine Alternative. Eine Haushaltskonsolidierung soll 2010/2011 erreicht sein, so Knöppel.

Die stärkste Herausforderung für die Landeskirche stelle mit Blick auf ihre Mitgliederzahl und ihre Einnahmen der demographische Wandel dar. Zwar werde für das gesamte Bundesland Hessen erst ab 2020 mit einem Bevölkerungsrückgang gerechnet; im Regierungsbezirk Kassel werde die Bevölkerung bereits bis 2020 um 4,4 Prozent und bis 2050 um fast 20 Prozent gegenüber dem jetzigen Stand zurückgehen. Hiervon sei die Landeskirche überdurchschnittlich betroffen. Zugleich seien derzeit nur noch rund 30 Prozent der Kirchenmitglieder Kirchensteuerzahler – mit weiter abnehmender Tendenz. Diese zu erwartenden Entwicklungen müssten bei den Planungen der Landeskirche «zwingend berücksichtigt werden».

Steigerung der Kirchensteuereinnahmen 2006-2007 nur «Zwischenhoch»

Im Jahr 2006 konnten die Evangelischen Kirchen nach mehreren Jahren erheblichen Kirchensteuerrückgangs einen Anstieg der Einnahmen verzeichnen – im Bundesdurchschnitt 6,4 Prozent. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck konnte dabei gegenüber 2005 ein überdurchschnittliches Wachstum in Höhe von 7,45 Prozent verzeichnen. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2007 wurde ein Plus an Kirchensteuern von 8,1 Prozent erzielt.

Gleichwohl nimmt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit Blick auf die absoluten Zahlen bei den Kirchensteuereinnahmen im Vergleich mit den anderen Landeskirchen nur einen Platz im unteren Mittelfeld ein: Die Steuereinnahmen pro Kopf betrugen im Jahr 2006 in Kurhessen-Waldeck 133,79 Euro. Der Durchschnitt der EKD-Gliedkirchen beträgt 152,98 Euro, wobei das Spektrum von 235,35 Euro bis zu 50,33 Euro reicht. Für 2008 und 2009 sei, so Knöppel, aufgrund der leicht nachlassenden Konjunktur auch mit geringeren Steuerzuwächsen zu rechnen. Es sei deshalb in Bezug auf die gestiegenen Kirchensteuerzahlen von einer «Atempause» oder einem «Zwischenhoch» zu sprechen.

Zugleich müsse spätestens in der neuen Legislaturperiode des Bundes eine erneuten Senkung der Lohn- und Einkommenssteuer erwartet werden, was neben den Auswirkungen der demografischen Entwicklung Einbußen für die Kirchen bedeute. «Die Jahre des stetigen Wachstums sind damit wohl endgültig vorbei», betonte Knöppel. Umso wichtiger sei die Erschließung zusätzlicher Einkommensquellen in Gestalt freiwilliger Zuwendungen, etwa durch Spenden, Beteiligung an Stiftungen oder durch ein freiwilliges Kirchengeld, das in den Kirchenkreisen Wolfhagen und Melsungen eingeführt wurde.

Mehreinnahmen nicht für zusätzliche Ausgaben nutzen - Rücklagen aufstocken

Knöppel warnte davor, die jetzigen Steuermehreinnahmen für zusätzliche Ausgaben zu verwenden. Mit dem Jahr 2007 sei wohl die finanzielle Talsohle der Landeskirche durchschritten. Jetzt aber gelte es, die in den letzten Jahren angegriffenen Rücklagen, vor allem den so genannten Steuerverwahr, wiederaufzustocken. Derzeit müsse noch auf ihn zurückgegriffen werden, um Einnahmen und Ausgaben auszugleichen. Mit Blick auf die prognostizierten Entwicklungen sei er in den nächsten Jahren bis auf 40 Prozent des Haushaltsvolumens auszubauen. Dies sei eine von mehreren Maßnahmen, um künftigen Risiken zu begegnen, betonte der Vizepräsident. Die Landesynode wird am heutigen Dienstag in die Haushaltsberatungen eintreten.

Landessynode berät über Haushalt von je rund 190 Millionen Euro

Knöppel dankte ausdrücklich allen Verantwortlichen, dass die im Konsolidierungsplan der Landeskirche vorgesehenen Einsparvorgaben weitestgehend umgesetzt werden konnten und brachte im Anschluss vor der Landessynode in Hofgeismar den Doppelhaushalt für die Jahre 2008/2009 ein. Das Gesamtvolumen beträgt jeweils rund 190 Mio. Euro. Während der Konsolidierungsphase von 2006 bis 2011 werden die Doppelhaushalte der Landeskirche jeweils um 5 Mio. Euro abgesenkt.

Dekan Fritz-Eckhard Schmidt (Foto: medio.tv/Küster)
Dekan Fritz-Eckhard Schmidt (Foto: medio.tv/Küster)

Unterstützung aus dem Finanzausschuss

Der Vorsitzende des Finanzausschusses der Landeskirche, Dekan Fritz-Eckhard Schmidt, lobte die «offensive Informationspolitik des Finanzdezernates» im Vorfeld der Landessynode und unterstützte den vorgestellten Konsolidierungskurs: «Der Finanzausschuss teilt die Auffassung, dass es trotz des kleinen Zwischenhochs keine Alternative dazu gibt, den begonnen Weg der Konsolidierung weiterzugehen, wenn das Ziel, den Doppelhaushalt 2010/2011 ausgeglichen vorzulegen und Rücklagen und Fonds zu stabilisieren, erreicht werden soll.» (27.11.2007)


file_download Im Wortlaut:

Lesen Sie hier den Finanzbericht von Vizepräsident Dr. Volker Knöppel im Wortlaut:

file_download Stellungnahme:

Lesen Sie hier die Stellungnahme des Vorsitzenden des Finanzausschusses der Landeskirche, Dekan Fritz-Eckhard Schmidt, zum Finanzbericht des Vizepräsidenten im Wortlaut:

arrow_forward medio-Interview:

Vizepräsident Dr. Volker Knöppel im medio-Interview zur Finanzlage der Landeskirche:

Dienstag: Pfarrer Gerhard Zimmer zum Mitglied des Synodalvorstandes gewählt

Hofgeismar (medio). Pfarrer Gerhard Zimmer (Schweinsberg) komplettiert den Synodalvorstand der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Die Landessynodalen votierten am Dienstagabend in geheimer Wahl für den 53jährigen oberhessischen Schulpfarrer und wählten ihn zum ersten stellvertretenden Mitglied in den Synodalvorstand.

Zimmer unterrichtet an den Beruflichen Schulen in Kirchhain Evangelische Religion und ist dort auch als Schulseelsorger tätig. Zudem erteilt er Evangelischen Religionsunterricht am Gymnasialen Zweig der Alfred-Wegner-Schule in Kirchhain.

Gerhard Zimmer gehört der Landessynode seit dem Jahr 2000 an. Er löst in seiner Funktion Pfarrer Christian  Wachter (Hofgeismar) ab, der aus der Synode ausscheidet und ab dem 1. Januar 2008 Dekan des Kirchenkreises Ziegenhain wird. Gerhard Zimmer ist mit Petra Zimmer verheiratet, die Gemeindepfarrerin in Schweinsberg ist. Das Ehepaar hat vier Söhne. (28.11.2007)

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Pfarrer Gerhard Zimmer zum Mitglied des Synodalvorstandes gewählt

 

Hofgeismar (medio). Pfarrer Gerhard Zimmer (Schweinsberg) komplettiert den Synodalvorstand der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Die Landessynodalen votierten am Dienstagabend in geheimer Wahl für den 53jährigen oberhessischen Schulpfarrer und wählten ihn zum ersten stellvertretenden Mitglied in den Synodalvorstand.

Zimmer unterrichtet an den Beruflichen Schulen in Kirchhain Evangelische Religion und ist dort auch als Schulseelsorger tätig. Zudem erteilt er Evangelischen Religionsunterricht am Gymnasialen Zweig der Alfred-Wegner-Schule in Kirchhain.

Gerhard Zimmer gehört der Landessynode seit dem Jahr 2000 an. Er löst in seiner Funktion Pfarrer Christian  Wachter (Hofgeismar) ab, der aus der Synode ausscheidet und ab dem 1. Januar 2008 Dekan des Kirchenkreises Ziegenhain wird. Gerhard Zimmer ist mit Petra Zimmer verheiratet, die Gemeindepfarrerin in Schweinsberg ist. Das Ehepaar hat vier Söhne. (28.11.2007)