Die Soforthilfe der Kirchen und ihrer Diakonie soll der Initiative «Lesvossolidarity» zugutekommen, die auf Lesbos bereits ein Camp errichtet hat, in dem Minderjährige und Mütter mit Babys aufgenommen werden können. (Foto:lesvossolidarity.org)

Die Soforthilfe der Kirchen und ihrer Diakonie soll der Initiative «Lesvossolidarity» zugutekommen, die auf Lesbos bereits ein Camp errichtet hat, in dem Minderjährige und Mütter mit Babys aufgenommen werden können. (Foto:lesvossolidarity.org)

Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 11 Sep 2020

Kassel/Darmstadt (medio). Nach dem katastrophalen Brand im Flüchtlingslager Moria haben die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie die Diakonie Hessen am Montag (14.9.) zu Spenden für Betroffene auf der griechischen Insel Lesbos aufgerufen. Bereits am Wochenende hatten die beiden evangelischen Kirchen 10.000 Euro Soforthilfe bereitgestellt. Sie soll unter anderem obdachlos gewordenen minderjährigen Flüchtlingen und hilfesuchenden Müttern mit Babys vor Ort zu Gute kommen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Initiative «Lesvossolidarity»

Die Spenden gehen an die Initiative «Lesvossolidarity», die in ihrem Camp «Pikpa» auf der Insel Lesbos bereits einen Notfallplan erstellt hat, um Minderjährige und Mütter mit Babys aufzunehmen. Zudem ist mit dem örtlichen Krankenhaus vereinbart, dass Hilfesuchende auf Corona getestet werden können. Zugleich hat eine weitere Einrichtung der Hilfsorganisation damit begonnen, Lebensmittel zu verteilen.

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Betreff: Spende Lesbos

Verwundbare auf Lesbos schützen

Das Zentrum Oekumene der beiden evangelischen Kirchen und die Diakonie Hessen haben enge Beziehungen zur lokalen Flüchtlingsinitiative «Lesvossolidarity». Sie unterhält mehrere Projekte, darunter das «Mosaik-Supportcenter» für Geflüchtete und Einheimische, das Camp «Pikpa» für besonders verwundbare Gruppen wie Ältere, Kranke und Kinder sowie ein kleines Restaurant, das von Einheimischen und Geflüchteten gemeinsam betrieben wird.

Europa und die Flüchtlinge

Das Zentrum Oekumene wirbt besonders dafür, die lokalen Flüchtlingsinitiativen angesichts der Krise nicht zu vergessen. «Sie sind diejenigen, die bleiben und schon lange und mit kleinen Mitteln für ein Europa mit menschlichem Antlitz auf Lesbos gearbeitet haben», betont Sabine Müller-Langsdorf, Friedenpfarrerin der hessen-nassauischen Kirche, die zuletzt die Flüchtlingslager auf Lesbos besuchte.  

Enge Partnerschaft zu Lesbos

Gemeinden und Einrichtungen in Hessen-Nassau und Kurhessen-Waldeck hatten zuletzt immer wieder Projekte von «Lesvossolidarity» unterstützt. So wurden beispielsweise mehr als 2.000 Taschen aus ausgedienten Rettungswesten aus der Nähwerkstatt des «Mosaik-Supportcenter» auf Lesbos in Hessen verkauft. Der Aufdruck «Safe passage» auf jeder Tasche soll signalisieren, dass Europa gemeinsam Verantwortung für die Situation übernehmen und eine gemeinsame Lösung für die Verteilung Hilfesuchender finden muss. In Deutschland sind Bundesländer und viele Kommunen bereit zur Aufnahme Geflüchteter.

Hintergrund «Lesvossolidarity»

«Lesvossolidarity» wurde 2012 von Bewohnerinnen und Bewohnern  der Insel Lesbos gegründet. Sie errichteten das Camp «Pikpa» für vornehmlich Minderjährige, allein reisende Frauen und kranke Geflüchtete auf einem ehemaligen Freizeitgelände der Kommune Mytilini. 2015 wurde erstmals Personal angestellt (Krankenschwester, psychologische Betreuung, Koordination Freiwillige). 2017 erhielt die Organisation den «Nansen-Refugee-Award» des internationalen Hilfswerkes UNHCR. Seit 2020 arbeitet «Lesvossolidarity» im UNICEF Programm zur Aufnahme von minderjährigen Flüchtlingen mit. (14.09.2020)

Linktipp:

Weitere Informationen zur Initiative «Lesvossolidarity» auf der Insel Lesbos im Internet unter:

lesvossolidarity.org