Die Zehn Gebote

Einzelne Gebote kennen viele: Du sollst nicht töten. Oder: Du sollst Vater und Mutter ehren. Nach biblischer Überlieferung hat Gott die Zehn Gebote dem Propheten Mose auf dem Berg Sinai gegeben. Überliefert sind sie im Alten Testament. Die Gebote regeln das Verhältnis des Menschen zu Gott und zu seinen Mitmenschen.

Überblick

Die Zehn Gebote

Das erste Gebot
Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Das zweite Gebot
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.

Das dritte Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.

Das vierte Gebot
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

Das fünfte Gebot
Du sollst nicht töten.

Das sechste Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.

Das siebte Gebot
Du sollst nicht stehlen.

Das achte Gebot
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Das neunte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Das zehnte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.

Hintergrund

Der biblischen Erzählung zufolge hat Gott Mose auf dem Berg Sinai die Zehn Gebote auf zwei steinernen Tafeln gegeben. Die Gebote stehen im Alten Testament an zwei verschiedenen Stellen: 2. Mose 20,1-17 und 5. Mose 5,6-21. Die Zehn Gebote sind Teil der Thora, so nennt man im Judentum die fünf Bücher Mose, die alle Gesetze enthalten. Die Zehn Gebote haben sowohl im Judentum als auch im Christentum (vgl. Matthäus 19,18f) eine herausragende Bedeutung.

Im Neuen Testament spielen einzelne Gebote der Thora bzw. der fünf Bücher Mose immer wieder eine Rolle. Jesus verbindet zum Beispiel das Liebesgebot aus 3. Mose 19,18 mit einem anderen Vers der Thora und erklärt beide zum wichtigsten Gebot, zum Doppelgebot der Liebe: «‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.‘ Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘» (Matthäus 22,37-39)

Nachgelesen: Die bekanntesten Geschichten der Bibel

Ob Bergpredigt, Vaterunser, die Zehn Gebote oder die Geschichte von Kain und Abel - die bekanntesten Geschichten, Personen oder Ereignisse der Bibel fasst die Deutsche Bibelgesellschaft gleich mit den entsprechenden Bibelstellen zusammen.

In der Bergpredigt legt Jesus manche Gebote anders aus als die religiösen Führer seiner Zeit. Er erweitert zum Beispiel das Liebesgebot um das Gebot der Feindesliebe: «Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen.» (Matthäus 5,43-48)

Die Zehn Gebote erhielten vor allem in der Reformation die Bedeutung, die sie heute haben. Luther stellte sie an den Anfang seiner Katechismen, seinen Unterweisungen im christlichen Glauben. Darin fasste er die Lehre des christlichen Glaubens zusammen. Noch heute zählen sie zu den Hauptstücken des Glaubens, die Konfirmandinnen und Konfirmanden oft auswendig lernen.