Kirche und Geld

Wie finanziert sich die Kirche eigentlich? Wie und wozu wird die Kirchensteuer erhoben? Was versteht man unter Staatsleistungen und welche Einnahmequellen gibt es noch? Zum Thema Kirche und Geld werden viele Fragen gestellt. Hier geben wir Antworten.

Überblick:

Kirchensteuer & Staatsleistungen

Die Kirchensteuer ist die wichtigste und größte Einnahmequelle der evangelischen Kirche. Sie wird ausschließlich von den Kirchenmitgliedern gezahlt – und über die staatlichen Finanzämter eingezogen. Dieser Einzug wird immer wieder zum Anlass genommen, um generell über die finanziellen Beziehungen zwischen Staat und Kirche zu diskutieren. Dabei sind Kirche und Staat in Deutschland klar getrennt. Doch schließt diese Trennung nicht aus, dass der Staat und die evangelische Kirche kooperieren können. 

Die Kirchensteuer
Die vielfältigen Aufgaben unserer Kirche in Verkündigung, Seelsorge und Diakonie werden von den Kirchenmitgliedern durch ihr ideelles und materielles Engagement getragen. Die Kirchensteuer ist die wichtigste Einnahmequelle und das Fundament aller Finanzierungen.
Die Staatsleistungen
Warum bekommt die Kirche Geld vom Staat? Ist das noch zeitgemäß? Wie steht es um die Ablösung dieser Leistungen? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen haben wir hier gebündelt und weitere Seiten verlinkt, auf denen das Thema vertieft werden kann.
Uns unterstützen
Unsere Kirche nimmt nicht nur Geld aus Steuern oder Staatsleistungen ein. Sie wird z.B. auch mit Spenden und Kolleken unterstützt. Dazu kommt das riesige Engagement der Menschen, das in Geld nicht aufzuwiegen ist. In «Unterstütze uns» kann mehr erfahren werden.

Subventionen für öffentliche Aufgaben

Neben der Kirchensteuer und den Staatsleistungen erhält unsere Kirche noch weitere staatliche Fördermittel und Zuschüsse, die von den Staatsleistungen zu unterscheiden sind. Das sind staatliche Subventionen für öffentliche Aufgaben. Diese erhalten kirchliche Träger z.B. von Kindertageseinrichtungen, Krankenhäusern, Alten- und Pflegeeinrichtungen, Behinderteneinrichtungen oder Beratungsstellen. 

Der Staat ist zu vielen Aufgaben der Daseinsvorsorge verpflichtet. Im Rahmen des Subsidiaritätsprinzips überträgt der Staat seine Aufgaben aber in Teilen an andere Träger, darunter eben auch an Kirchen und kirchliche Verbände. Dafür übernimmt der Staat einen Teil der Kosten.

Die Träger, also auch die Kirchen, finanzieren einen wesentlichen Anteil an den Kosten aus eigenen Mitteln und subventionieren so den Staat, der anderenfalls die kompletten Kosten tragen müsste. Der Eigenbeitrag der Kirche zum Betrieb solcher Einrichtungen stellt eine erhebliche Entlastung der öffentlichen Haushalte und eine Leistung der Kirchenmitglieder an die Allgemeinheit dar.

Spenden und Kollekten

Nicht für alles kann Geld aus den Haushalten der Landeskirche oder der Kirchengemeinden genommen werden, die sich vorrangig aus den Kirchensteuermitteln speisen. Oft gibt es Zwecke, die Menschen besonders am Herzen liegen, für die aber das Geld fehlt. Oder es kommen unvorhergesehene Ausgaben auf eine Kirchengemeinde zu; etwa weil am Kirchengebäude etwas saniert werden muss oder weil die Orgel auf dem letzten Loch pfeift und repariert werden muss.

Häufig geht es aber auch darum, andere Menschen gezielt zu unterstützen – in der eigenen Gemeinde oder darüber hinaus. Dann werden Spendenaktionen gestartet. Manche Gemeinden und Kirchenkreise pflegen Partnerschaften mit Christen in anderen Teilen der Welt und unterstützen mit Spenden die, die viel weniger haben als wir.

Aus solchen Partnerschaften ist auch die Ausbildungshilfe der Landeskirche entstanden. Der Name verrät es: Die Organisation unterstützt Menschen in vielen Ländern, von Indien bis Südafrika, von Kamerun bis Kirgisien, bei ihrer Ausbildung. Denn Bildung ist der Schlüssel, um Armut und Unterdrückung zu entkommen.

Eine spezielle Möglichkeit gibt es zudem für Kirchengemeinden, die für ihre Kirchengebäude Spenden sammeln. Der Kirchenerhaltungsfonds, eine Stiftung, hilft. Jahr für Jahr werden Gemeinden, die besonders erfolgreich und kreativ Spenden zusammengebracht haben, vom Fonds ausgezeichnet – und der Spendenerlös wird verdoppelt.

Kirchenerhaltungsfonds
Die Stiftung Kirchenerhaltungsfonds der EKKW hilft Jahr für Jahr Gemeinden beim Erhalt ihrer Kirchengebäude. Wer besonders erfolgreich und kreativ Spenden zusammengebracht hat, wird vom Fonds ausgezeichnet – und der Spendenerlös wird verdoppelt.
Spenden-Service
In unserer Servicerubrik informiert das Referat Recht, Spendenwesen und Mitgliedschaft über viele Aspekte zum Thema Spenden. Dort ist auch Beratung möglich, wie ein Thema oder ein Projekt konkret mit einer Spende unterstützt werden kann.
Kollekten-Service
Ob noch ganz klassisch mit dem Klingelbeutel im Gottesdienst oder schon als digitale Möglichkeit: Der Zweck, für den gesammelt wird, unterscheidet sich von Sonntag zu Sonntag. Das Referat Gottesdienst und Theologie informier hier über die Kollekte.

Gibt es noch weitere Einnahmequellen?

Weitere Einnahmen der Kirche können aus dem kirchlichen Vermögen stammen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Miet- und Pacht- oder Kapitalerträge auf Ebene der Landeskirche, der Kirchenkreise oder Gemeinden. Hinzu kommen Einnahmen, die aus anderen eigenen Erträgen zufließen, beispielsweise aus Veräußerungserlösen.

Fragen zum Thema?
Theresa Heine

Dezernat Finanzen und Organisation / Sachgebiet Finanz- und Rechnungswesen

Fragen zur Kirchensteuer
Wilhelmshöher Allee 330, 34131 Kassel
+4956193781211
Michael Pauli

Dezernat Finanzen und Organisation / Referat Recht, Spendenwesen und Mitgliedschaft

Kirchenrechtsoberrat Michael Pauli
Referatsleiter, Kirchenrechtsoberrat
Haus der Kirche, Wilhelmshöher Allee 330, 34131 Kassel
+495619378275
Pfarrer Lars Hillebold

Dezernat Theologisches Personal und Gemeindeentwicklung / Referat Gottesdienst und Theologie

Referatsleiter
Haus der Kirche, Wilhelmshöher Allee 330, 34131 Kassel
+495619378233
Infografik

Woher kommt das Geld der evangelischen Kirche und wo geht es hin? Diese Infografik zeigt, über welche Einnahmequellen die evangelische Kirche verfügt und wofür sie das ihr anvertraute Geld ausgibt: Weiter zur Infografik